ÖGN Facharztausbildungsseminar Sommersemester — 17.05. - 19.05.2018

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Welt-Parkinsontag am 11. April Viele Optionen für eine individuelle Therapie – Frühe Abklärung wichtig für die Lebensqualität

Presseaussendung der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie und der Österreichischen Parkinsongesellschaft zum Welt-Parkinsontag

Welt-Parkinsontag am 11. April

Viele Optionen für eine individuelle Therapie – Frühe Abklärung wichtig für die Lebensqualität

Eine breite Palette von Behandlungsoptionen – von wirksamen Medikamenten bis zu verschiedenen invasiven Verfahren – macht es heute möglich, die Symptome der Parkinson-Erkrankung wirksam zu lindern. Betroffene sollten möglich früh im Krankheitsverlauf den Rat eines Spezialisten suchen, um von einem raschen Behandlungsbeginn optimal zu profitieren, betonen die Österreichische Gesellschaft für Neurologie und die Österreichische Parkinsongesellschaft zum Welt-Parkinsontag am 11. April. Morbus Parkinson ist nicht nur eine Erkrankung des höheren Lebensalters, wie oft angenommen: Auch jüngere Menschen können an bestimmten Formen des neurologischen Leidens erkranken.

Wien, 10. April 2018 – Immer mehr Erkenntnisse über die Entstehung der Parkinson-Erkrankung, neue Ansätze in der Früherkennung, die Bedeutung eines frühen Behandlungsbeginns, um von den zahlreichen wirksamen Therapieoptionen profitieren zu können, und die Besonderheiten von erblichen Parkinson-Formen, die bereits im jüngeren Alter auftreten: Das sind einige der Themen, auf die aus Anlass des Welt-Parkinsontages die Österreichische Gesellschaft für Neurologie (ÖGN) und die Österreichische Parkinson Gesellschaft (ÖPG) hinweisen. Der Welt Parkinson Tag erinnert jährlich am 11. April an den Geburtstag des britischen Arztes Dr. James Parkinson, der vor mehr als 200 Jahren erstmals unter der Bezeichnung Schüttellähmung (Paralysis agitans) jene Erkrankung beschrieb, die heute unter seinem Namen geläufig ist.

Breite Palette von Therapieoptionen fördert die Lebensqualität

Wir haben zwar nach wie vor keinen Behandlungsansatz, um die Parkinson-Erkrankung zu stoppen oder gar umzukehren. Aber wir verfügen über eine breite Palette von therapeutischen Optionen, mit deren Hilfe wir die motorischen und nichtmotorischen Krankheitssymptome in unterschiedlichen Stadien gut kontrollieren können,“ so Univ.-Prof. Dr. Eduard Auff (Wien), Präsident der Österreichischen Parkinson Gesellschaft. „Das reicht von zahlreichen sehr effektiven Medikamenten, die über unterschiedliche Wirkmechanismen an den Symptomen ansetzen, bis hin zu mehreren invasiven Verfahren wie der Tiefen Hirnstimulation und dem Einsatz von Computer-gesteuerten Pumpen, die Apomorphin subkutan oder L-Dopa kontinuierlich über eine PEG-Sonde durch die Bauchhaut in den Dünndarm liefern.“ Werden all diese Möglichkeiten optimal und im Sinne einer individuell angepassten Therapie genutzt, so Prof. Auff, dann könne ein sehr großer Teil der Betroffenen durch die effektive Kontrolle der Symptome über einen langen Zeitraum ein weitgehend unbehindertes Leben führen.

Morbus Parkinson gehört mit Alzheimer zu den häufigsten neurodegenerativen Erkrankungen und betrifft rund zwei Prozent der Bevölkerung über 65. In Österreich gibt es aktuell mehr als 20.000 Parkinson-Patienten, in Europa rund 1,2 Millionen.

Krankheitsentstehung weitgehend entschlüsselt

Durchaus Hoffnung besteht unter Experten, dass in Zukunft neue Therapien nicht nur an Symptomen, sondern an den Krankheits-Ursachen selbst ansetzen könnten. Denn über diese werden von der Forschung immer mehr Details entschlüsselt. „Eine wesentliche Rolle in der Entstehung von Morbus Parkinson kommt dem Alpha-Synuclein zu, einer Eiweißsubstanz, die grundsätzlich auch bei gesunden Menschen vorkommt. Bei Parkinson-Patienten ist sie aber in fehlerhafter Weise gefaltet und in viel größeren Mengen vorhanden.“ Diese pathologischen Eiweißablagerungen finden sich nicht nur in Nervenzellen des Gehirns, sondern beispielsweise auch des Darms, der Haut oder der Speicheldrüsen. Erkrankte Nervenzellen können dann diese krankhaften Veränderungen im ganzen Nervensystem verbreiten.

Immer mehr Wissen gibt es auch über die sehr frühen Phasen von Morbus Parkinson, in denen die Erkrankung weitgehend „stumm“ verläuft, bevor typische Bewegungssymptome wie Zittern oder langsame und steife Bewegungen auftreten. In dieser Phase sterben jedoch bereits zahlreiche Nervenzellen ab. Zum Beispiel ist belegt, dass Traum-Schlaf-Verhaltensstörungen, bei denen aggressive Träume von unkontrollierten massiven Bewegungen begleitet sind, schon viele Jahre vor Beginn der typischen neurologischen Symptome einer Parkinsonerkrankung auftreten können. Als Früherkennungsinstrumente untersucht werden unter anderem Haut- und Darmbiopsien oder verschiedene moderne Verfahren des Neuroimaging wie PET. „Mit all diesen Möglichkeiten müssen wir sorgfältig umgehen, denn es ist auch ein ethisches Problem, eine Krankheit in einem frühen Vorläuferstadium zu identifizieren, wenn wir den Betroffenen keine kausale Behandlung anbieten können.“

Auch Jüngere können erkranken – Genetische Ursachen berücksichtigen

Morbus Parkinson wird vor allem als eine Erkrankung des höheren Alters wahrgenommen. Tatsächlich sind aber in bis zu zehn Prozent der Fälle jüngere Menschen betroffen, teils von bestimmten erblichen Formen von Parkinson. Inzwischen sind verschiedene Genorte und Gene identifiziert, die an diesen speziellen Formen beteiligt sind. „In dieser Patientengruppe müssen wir besondere Bedürfnisse wie den Wunsch, weiter am Arbeitsleben teilzunehmen oder familiäre Aufgaben erfüllen zu können, in der Therapieplanung speziell berücksichtigen“, so Prof. Auff.

Frühzeitig Hilfe bei Spezialisten holen

Nicht nur für jüngere, sondern für alle Parkinson-Patienten – oder Menschen, die mögliche Anzeichen an sich beobachten – gilt: Es sollte ehestmöglich eine Spezialistin oder ein Spezialist für neurologische Bewegungsstörungen aufgesucht werden. Dies nicht nur, um möglichst früh in den Genuss einer geeigneten Therapie zu kommen, so der Experte. „Es geht auch um eine möglichst rasche Abgrenzung von den zahlreichen Parkinson-ähnlichen Erkrankungen. Diese sprechen nämlich auf Parkinson-Medikamente nicht an, für eine korrekte Therapie ist also die Unterscheidung entscheidend.“

In Österreich bestehe eine sehr gut organisierte Versorgungskette, so Prof. Auff. „Von den Spezialambulanzen für Parkinson und niedergelassenen Neurologen bis zu den Hausärzten stehen auf allen Versorgungsstufen Anlaufstellen zur Verfügung, und die therapeutischen Möglichkeiten werden im Interesse der Betroffenen gut ausgeschöpft.“

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Entdecken Sie die neue App der ÖGN!

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Walter Struhal

Walter Struhal, website editor der ÖGN

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12.2. – Internationaler Tag der Epilepsie

Internationaler Tag der Epilepsie: Experten gegen Stigmatisierung und für eine optimale Versorgung – Aufklärung in Schulen – Bedeutung von Epilepsiezentren  

Am Internationalen Tag der Epilepsie am 12. Februar werben Experten für mehr Verständnis für die Erkrankung und eine optimale Betreuung der Betroffenen. Die Österreichische Gesellschaft für Neurologie und die Österreichische Gesellschaft für Epileptologie informieren aus diesem Anlass über neue Herausforderungen in der Versorgung, Unterstützung für Schulen, Fortschritte in der Therapie, Behandlungserfolge mit speziellen Diäten und die Bedeutung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit bei seltenen Epilepsie-Formen.
Ganz im Zeichen der Aufklärung und breiten Information steht alljährlich der Welttag der Epilepsie am 12. Februar. Fachgesellschaften und Experten aus aller Welt mobilisieren aus diesem Anlass gegen Stigmatisierung und verbreitete Irrtümer über die Erkrankung und für eine optimale Versorgung Betroffener. Die Österreichische Gesellschaft für Neurologie (ÖGN) und die Österreichische Gesellschaft für Epileptologie (ÖGfE) informieren aus diesem Anlass über Aufklärungsaktivitäten in Schulen, die Bedeutung von spezialisierten Epilepsiezentren sowie Fortschritte in Diagnostik und Therapie.
Die Epilepsie zählt weltweit zu den häufigsten schweren neurologischen Erkrankungen. Etwa zehn Prozent aller Menschen haben eine erhöhte Krampfbereitschaft, vier bis fünf Prozent der Bevölkerung erleiden einmal oder wenige Male in ihrem Leben epileptische Anfälle. Bei rund 0,5 bis 1 Prozent schließlich treten epileptische Anfälle wiederholt auf. „In Österreich gehen wir von bis zu 80.000 Betroffenen aus, zu denen jährlich etwa 3.000 Neuerkrankungen dazukommen“, so Univ.-Prof. Mag. Dr. Eugen Trinka, Vorstand der Universitätsklinik für Neurologie in Salzburg und Präsident Elect der ÖGN. „Erfreulicherweise kann heute vielen Epilepsiepatienten effizient geholfen werden. Die richtige Diagnostik und die Therapie vorausgesetzt, können wir bei bis zu zwei Drittel der Patientinnen und Patienten eine Anfallsfreiheit erreichen.“

Ausgrenzung oft schlimmer als die Krankheit selbst
Ein zentrales Anliegen, das die Experten zum Internationalen Epilepsie-Tag thematisieren: Betroffene sollen ein möglichst normales Leben führen können – und dies bereits in der Kindheit. In Österreich gibt es jährlich etwa 900 Schulanfängerinnen und -anfänger und insgesamt etwa 5.000 bis 6.000 Schulkinder mit Epilepsie. Für sie ist es besonders wichtig, wie die Umwelt mit ihrer Erkrankung umgeht: „Die Schule hat großen Einfluss darauf, wie gut es einem Kind gelingt, mit der Krankheit zurechtzukommen, im Klassenverband wie auch im späteren Berufs- und Privatleben“, so Primaria Priv.-Doz. Dr. Edda Haberlandt, Leiterin der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde am Krankenhaus Dornbirn und erste Vorsitzende der ÖGfE. „Hier ist immer noch Aufklärungsarbeit notwendig, denn leider bestehen zur Epilepsie nach wie vor zahlreiche Vorurteile und Irrtümer.“
Immer wieder berichten Eltern beispielsweise, dass Kinder mit Epilepsie – auch wenn sie gut behandelt sind – nicht an organisierten Freizeitaktivitäten teilnehmen dürfen oder zum Teil sogar aus dem Regelschulbetrieb ausgeschlossen werden.

Neues Gesetz hilft, dass Lehrer besser helfen können
Hier wurde kürzlich ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Situation erreicht. Bisher stellte in der Schule die Verabreichung von Notfallmedikamente im Bedarfsfall für Lehrerinnen und Lehrer eine rechtlich potenziell heikle Situation dar, denn bei allenfalls auftretenden Problemen wären sie persönlich zur Verantwortung gezogen worden. Seit einer Änderung des Amtshaftungsgesetzes im Vorjahr gilt das nicht mehr: Nunmehr haftet im Fall des Falles die Republik Österreich.
„Das ist ein bedeutsamer Fortschritt“, so Primaria Haberlandt. „Natürlich setzt die Behandlung von Notfällen durch Laien eine ausreichende Schulung und Erläuterung des Notfallmedikamentes voraus“. Um alle, die nun dank der Gesetzesänderung besser helfen können, optimal zu unterstützen, hat die ÖGfE eine Informationskampagne in Schulen gestartet. Gemeinsam mit Schulärzten sollen Lehrerinnen und Lehrer unter anderem vermehrt darüber aufgeklärt werden, dass nicht jeder Anfall einen Notfall bedeutet, wie Betroffene vor Verletzungen geschützt werden können und wann Notfallmedikamente verabreicht werden müssen. Für die erforderliche „Notfallprotokollierung“ werden den Schulen entsprechende Unterlagen zur Verfügung gestellt.

Fortschritte in der medikamentösen Behandlung
In den letzten zwei Jahrzehnten wurden zahlreiche Medikamente eingeführt, die für viele Betroffene deutliche Fortschritte gebracht haben. Dies gilt nicht zuletzt für speziell für Jugendliche zugelassen Wirkstoffe wie Brivaracetam oder Lacosamid. Für zahlreiche weitere Substanzen laufen aktuell weltweit Studien. Besonderes Interesse gilt dabei der Erforschung von Neurosteroiden wie Allopregnanolon oder Cannabidiol. Vor allem der nicht psychotrope Bestandteil der Cannabispflanze hat in einigen Untersuchungen bei Kindern mit seltenen Epilepsieformen vielversprechende Ergebnisse geliefert.

Simulierter Hunger gegen Anfälle
Bleibt die medikamentöse Therapie erfolglos oder ist mit zu hohen Nebenwirkungen verbunden, ist die ketogene Diät – vor allem für Kindern – eine inzwischen immer besser untersuchte Therapieoption. Dabei machen sich die Behandler einen körpereigenen Vorgang zunutze, dessen positive Wirkung gegen epileptische Anfälle zufällig erkannt wurde. Im Hungerzustand verbrennt der Körper Fett und setzt dabei sogenannte Ketonkörper frei, die aus bisher unbekannten Gründen Anfälle vermeiden helfen. Bei der ketogenen Diät wird dem Körper der Hungerzustand durch einen sehr hohen Fettgehalt – bei gleichzeitiger Reduktion der Kohlehydrate – in der Nahrung vorgegaukelt. „Damit können wir bei bestimmten Epilepsieformen bei Kindern eine deutliche Besserung und gelegentlich sogar Anfallsfreiheit erreichen“, erklärt Primaria Priv.-Doz. Dr. E. Haberlandt.
Untersucht ist das laut Expertin unter anderem bei Kindern, die an der seltenen Form der myoklonisch-atonischen Epilepsie, auch Doose-Syndrom genannt, litten. Die Kinder hatten im Schnitt bereits sechs verschiedene medikamentöse Therapien eingenommen, die aber allesamt weitere Anfälle nicht verhindern konnten. Nach durchschnittlich 18 Monaten mit einer leicht modifizierten, alltagstauglichen Form der fettreichen Diät hatte sich die Anfallshäufigkeit bei 83 Prozent um mindestens die Hälfte verringert, fast die Hälfte der untersuchten Kinder blieb sogar gänzlich anfallsfrei.

Neurochirurgie als wichtige Option
Bei bestimmten Formen der Erkrankung sind neurochirurgische Eingriffe eine wichtige Option. Dank der Fortschritte in der bildgebenden Diagnostik und den chirurgischen Techniken, können immer mehr Patienten mit immer besseren Langzeiteffekten operiert werden. Voraussetzung für dafür ist zum einen, dass die Anfallsursprungszone in keinem der sensiblen Gehirnteile liegt, zum anderen müssen diese winzigen Läsionen mithilfe von Neuro-Bildgebung erst entdeckt werden.
Wie eine internationale Studie, an der auch Prof. Trinka beteiligt war, zeigt, können mittels modernster Elektroenzephalografie und hochauflösender Kernspintomografie in 86 Prozent der Fälle zehn typische Hirnschädigungen identifiziert werden. Liegen diese klar abgrenzbar in einem zugänglichen Bereich der Großhirnrinde, ist die Operation nicht nur eine sichere, sondern auch sehr effiziente Option: Bis zu 80 Prozent der Kinder bleiben nach einem solchen Eingriff anfallsfrei. „Diagnostik und Behandlung solcher Fälle sollten unbedingt in einem spezialisierten Zentrum mit ausgewiesener Expertise erfolgen“, betont Prof. Trinka.

Zentralisierte Zusammenarbeit bei seltenen Krankheitsformen
Wie bei anderen neurologischen Erkrankungen gibt es auch bei der Epilepsie seltene und sehr seltene genetische Ursachen. Auch wenn diese in Summe einen großen Teil der Erkrankungen ausmachen, sind von den einzelnen Krankheitsformen jeweils nur sehr wenige Menschen betroffen. Prof. Trinka: „Durch die Fortschritte in der Genetik entstehen auch neue Herausforderungen in der Versorgungslage. Weil wir das immer besser verstehen, werden auch immer mehr genetische Abklärungen für solche Fälle nötig.“
Aufgrund der Seltenheit stellt jeder Einzelfall eine große diagnostische und therapeutische Herausforderung dar. Weil einzelnen Häuser die Ressourcen für eine Expertise für die Vielfalt seltener Epilepsien fehlen, fordern Experten eine Bündelung der Kräfte: „Für die Behandlung und weitere Erforschung dieser Erkrankungen braucht es eine Zentralisierung des Know-hows und eine auch grenzüberschreitende Zusammenarbeit“, so Prof. Trinka. „Hier gibt es inzwischen eine Reihe EU-weiter Initiativen, in denen wir uns austauschen können“. So konnten etwa allein im vergangenen Jahr 24 europäische Referenznetzwerke inauguriert werden, die insgesamt 300 Krankenhäuser mit rund 900 Kliniken und Abteilungen umfassen. Darüber hinaus schlossen sich 27 europäische Zentren für seltene und komplexe Epilepsien im EpiCARE-Netzwerk zusammen.

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Walter Struhal

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Verlängerung der Abstract-Deadline!

Verlängerung der Abstract-Deadline “15. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie”, 21.-23. März 2018, Linz  

Die Abstract-Einreichung wurde verlängert:

Verlängerung der Abstract-Deadline:  14. Jänner 2018 24:00 Uhr

LINK ZUR ABSTRACTEINREICHUNG   

Wir freuen uns auf viele Beiträge! Außerdem dürfen wir Sie bereits jetzt auf das interessante Programm aufmerksam machen. Die Kongress-Website ist ebenfalls online und wird ständig aktualisiert unter: www.oegn2018.at
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Welt-Schlaganfall-Tag: Aktiv gegen den Hirninfarkt – Wirksame Maßnahmen der Prävention

Einer aktuellen Studie zufolge sind Schlaganfälle weltweit für jährlich 6,3 Millionen Todesfälle verantwortlich, und sind somit in 11 Prozent aller Sterbefälle die Todesursache. In Österreich liegt dieser Wert bei 5,8 Prozent. Zudem stellt der „Hirninfarkt“ global gesehen die häufigste Ursache für dauerhafte und in vielen Fällen schwere Behinderungen dar. Weil die meisten Risikofaktoren von Schlaganfällen vermeidbar sind, steht der diesjährige Welt-Schlaganfall-Tag unter dem Motto der Schlaganfall-Prävention.


Wien, 27. Oktober 2017
– Bluthochdruck, Bewegungsmangel, ungünstige Blutfettwerte, Ernährung, das Verhältnis von Taillen- und Hüftumfang, Rauchen, psychosoziale Faktoren, Alkohol, kardiale Erkrankungen und Diabetes mellitus – diese zehn Risikofaktoren sind zusammen für 90 Prozent aller Schlaganfälle verantwortlich. „Die meisten davon sind vermeidbar und mit verstärkten Bemühungen in der Prävention könnten zahlreiche Menschenleben gerettet werden“, betont OA Dr. Peter Sommer (Krankenanstalt Rudolfstiftung, Neurologische Abteilung, Neurologische Akutnachbehandlung). Mit dieser zentralen Botschaft wollen die Österreichische Gesellschaft für Neurologie (ÖGN) und die Österreichische Schlaganfall-Gesellschaft anlässlich des am 29. Oktober begangenen Welt-Schlaganfall-Tages, der diesmal unter dem Motto der Schlaganfall-Prävention steht, das Bewusstsein für diese gefährliche Erkrankung erhöhen. „Die Zahl der Betroffenen steigt weltweit weiter an“, so Dr. Sommer. „Es ist höchste Zeit, die Bemühungen zur Vorbeugung deutlich zu erhöhen.“

Typische Risikofaktoren für Schlaganfälle

In Österreich erleiden jedes Jahr etwa 24.000 Menschen einen Schlaganfall. Ein Fünftel der Frauen und ein Sechstel der Männer sind im Lauf ihres Lebens davon betroffen. In beinahe allen Fällen lassen sich die Risikofaktoren bereits lange davor identifizieren:
•    Fast jeder zweite Betroffene hat Bluthochdruck.
•    Mehr als ein Drittel haben einen bewegungsarmen Lebensstil.
•    Rund ein Viertel ernähren sich schlecht und essen nicht genügend Obst und Gemüse.
•    Rund ein Viertel haben erhöhte LDL-Cholesterin-Werte.
•    Einer von fünf hat Übergewicht.
•    Jeder Zehnte ist Raucher.
•    9 Prozent leiden unter Vorhofflimmern, der häufigsten Herzrhythmus-Störungen, oder einer anderen Herzkrankheit.

Lebensstil-Änderungen dringend erforderlich

Auch wenn diese Risikofaktoren schon längst bekannt sind, hat das bisher kaum zur Änderung des Lebensstils beigetragen. „Abgesehen vom Rauchen, wo die gesetzlichen Restriktionen langsam greifen, sind die bekannten Risikofaktoren in den letzten Jahren nicht oder nicht wesentlich zurückgegangen“, bedauert Dr. Sommer. „Da haben wir noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten.“

Wie eine 2015 in Salzburg durchgeführte Untersuchung zeigt, sind alarmierende Werte schon bei sehr jungen Menschen weit verbreitet. Obwohl die Studienteilnehmer im Schnitt erst 37 Jahre alt waren, wurden bei 46,9 Prozent erhöhter Blutdruck, bei 37,5 Prozent Übergewicht und bei 44 Prozent eine abdominelle Adipositas (Fett am Bauch) festgestellt. Bei 18,5 Prozent lagen drei oder mehr dieser Risikofaktoren vor.

„Wir müssen dieser Entwicklung entschlossen entgegentreten“, so Dr. Sommers Appell. „Es gibt ein Bündel von Maßnahmen, die nachweislich dafür sorgen können, dass die Zahl der Schlaganfälle reduziert werden kann.“ Allein die Bekämpfung von zu hohem Blutdruck kann, wie eine Metaanalyse zeigt, das Schlaganfall-Risiko um nahezu ein Drittel reduzieren.

„Trotz aller Fortschritte könnte auch eine noch entschlossenere Anti-Tabak-Politik die Zahl der Betroffenen noch weiter senken“, so Dr. Sommer. „Wie das Beispiel im US-Bundesstaat Arizona zeigt, gingen die Schlaganfall-Raten um 14 Prozent zurück, nachdem das Rauchen dort aus allen öffentlichen Gebäuden, Arbeitsplätzen und Restaurants verbannt wurde.“

Ein verstärkter Einsatz der neuen und hochwirksamen – leider noch teuren – PCSK9-Inhibitoren zur LDL-Cholesterin-Senkung sowie eine bessere Früherkennung und Behandlung des immer noch zu selten erkannten Vorhofflimmerns würde weitere Leben retten und Behinderungen ersparen.
„Ganz besonders müssen unsere Bemühungen zur Lebensstil-Umstellung natürlich jenen gelten, die bereits einen Schlaganfall hatten“, so Dr. Sommer. „Studien zeigen, dass strukturierte Nachbetreuungsprogramme immer dann besonders effizient sind, wenn es um die Umstellung des Lebensstils geht. Hier gilt es die Möglichkeiten des digitalen Zeitalters besser zu nutzen und solche Programme zu forcieren.“

Positive Bilanz in der Akutversorgung

Was die Akutversorgung betrifft, ziehen Österreichs Neurologen anlässlich des Welt-Schlaganfall-Tages jedoch eine sehr positive Bilanz. „Es gibt wenige andere Krankheiten, deren Behandlungsmöglichkeiten sich in jüngerer Vergangenheit derart revolutionär verbessert haben, und in wenigen anderen Ländern wurden diese Möglichkeiten so gut genutzt wie in Österreich“, bilanziert Dr. Sommer. Mit inzwischen 38 Stroke Units sorgt ein Netz hochspezialisierter Versorgungseinrichtungen für die flächendeckende Basisversorgung. Die Mehrheit aller Schlaganfall-Patienten wird in Österreich in einer Stroke Unit behandelt, bis zu 25 Prozent werden mittels intravenöser Thrombolyse versorgt.
 
Therapiefortschritt endovaskuläre Behandlung

Für besonders schwere Fälle, in denen die Gehirngefäße von massiven Verschlüssen blockiert werden, stehen heute elf Zentren bereit, in denen der neue Therapiestandard der endovaskulären Behandlung zur Anwendung kommt. „Wenn es nicht genügt, die Gefäßverschlüsse mit Medikamenten aufzulösen, wird ein schraubenförmiger Bohrer über einen Katheter bis zum Gerinnsel vorgeschoben und der Verschluss durch Herausziehen entfernt – ähnlich wie der Korken einer Flasche“, so Dr. Sommer. „Diese endovaskuläre Therapie ist ein Meilenstein und wir können stolz sein, dass wir sie in Österreich so rasch verfügbar machen konnten. Das ist in Zeiten, wo überall gespart werden muss, keineswegs selbstverständlich.“

Derzeit erhalten bis zu 10 Prozent der Schlaganfall-Patienten eine endovaskuläre Behandlung. Sie ist wegen Infrastruktur und Behandlungsqualität auf einige wenige spezialisierte Zentren konzentriert. Denn sie setzt nicht zuletzt auch ein gut funktionierendes Transportwesen voraus, wo Patienten rasch und ohne Verzögerung nötigenfalls auch mit dem Hubschrauber zur endovaskulären Intervention und danach wieder zurück an die erstversorgende Stroke Unit gebracht werden können.

Zeit ist Gehirn

Während vom Eintreffen der Patienten in den spezialisierten Units bis zum Beginn der Behandlung dank der Optimierung aller Abläufe oft nur mehr 30 Minuten vergehen, verlieren viele Betroffene davor zu viel kostbare Zeit. „Fast jeder Dritte zögert sogar dann, sofort ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn die Symptome deutlich erkennbar sind“, weiß Dr. Sommer. „Hier sind weitere Aufklärungsmaßnahmen nötig und die Mittel dafür sicher gut investiert. Im Erfolgsfall können damit viele Leben gerettet und den Betroffenen oft ein Leben mit schweren Behinderungen erspart werden.“

F – A – S – T:  Was medizinische Laien für den Akutfall wissen müssen

Was man für den Akutfall eines Schlaganfalls wissen sollte, lässt sich in vier Buchstaben zusammenfassen: mit dem englischen Wort für schnell, also F – A – S – T:
F wie Face (Gesicht): Bitten Sie die Person zu lachen. Hängt der Mundwinkel auf einer Seite herab?
A wie Arm: Bitten Sie die Person, beide Arme zu heben. Ist ein Arm gelähmt und sinkt nach unten?
S wie Speech (Sprache): Bitten Sie die Person, einen einfachen Satz zu wiederholen. Sind die Worte undeutlich? Kann sie den Satz korrekt wiederholen oder hat sie Schwierigkeiten ihn zu verstehen?
T wie Time (Zeit): Wenn eines der oben genannten Symptome auftritt, ist Zeit ein wichtiger Faktor. Rufen Sie sofort die Rettung (144) und fahren Sie ins Krankenhaus.

Quelle: Global, regional, and national burden of neurological disorders during 1990–2015: a systematic analysis for the Global Burden of Disease Study 2015; GBD 2015 Neurological Disorders Collaborator Group. Lancet Neurol 2017, Published Online, September 17, 2017, dx.doi.org/10.1016/S1474-4422(17)30299-5

Medienkontakt:
B&K – Bettschart&Kofler Kommunikationsberatung
Dr. Birgit Kofler
kofler@bkkommunikation.com
T:  01 319 43 78
M: +0676 636 89 30

Walter Struhal

Walter Struhal, website editor der ÖGN

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Laufen Sie für den Schlaganfall!

Die ÖGN möchte auf den

FIT FOR BRAIN RUN

So., 29. Oktober, um 14 Uhr im Wiener Prater

hinweisen.

Der Lauf findet anlässlich des Weltschlaganfalltages am 29. Oktober erstmals statt. Die Einnahmen kommen der Schlaganfallhilfe Österreich zugute.

Fit for Brain Run
Walter Struhal

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Informationen zu: Europäischer Kopfschmerz- und Migränetages am 12. September

Kopfschmerz und Migräne: Weit verbreitet, unterschätzt, fehlbehandelt – Neurologen plädieren für frühzeitige und kompetente Therapie Spannungskopfschmerz und Migräne sind inzwischen die weltweit zweit- und dritthäufigsten Erkrankungen. Bei der krankheitsbedingten Belastung liegt Migräne bei Unter-50-Jährigen bereits an 3. Stelle, berichtet die Österreichische Gesellschaft für Neurologie (ÖGN) anlässlich des „Europäischen Kopfschmerz- und Migränetages 2017“. Eine neue Studie zeigt, dass bereits 74 Prozent der Schülerinnen und Schüler im vergangenen Jahr unter Kopfschmerzen litten. Dieser weiten Verbreitung steht allerdings in sehr vielen Fällen eine mangelhafte Behandlung gegenüber, obwohl es geeignete Medikamente gibt. So wurden in Österreich nur 6 Prozent der Migräne-Patienten mit den dafür geeigneten Triptanen behandelt. 2018 wird voraussichtlich ein Migräneattacken vorbeugender Antikörper gegen den Botenstoff CGRP verfügbar sein, der einmal pro Monat injiziert wird. Nach den Angaben der WHO sind Spannungskopfschmerz und Migräne die weltweit zweit- und dritthäufigsten Erkrankungen, nur Zahnkaries ist noch häufiger. Was die krankheitsbedingte Belastung betrifft, liegt Migräne weltweit an sechster Stelle und bei Unter-50-Jährigen sogar an 3. Stelle. Kopfschmerzerkrankungen verursachen mehr krankheitsbedingt verlorene Lebensjahre als alle anderen neurologischen Erkrankungen inklusive Demenz gemeinsam. Das berichtet die Österreichische Gesellschaft für Neurologie (ÖGN) anlässlich des „Europäischen Kopfschmerz- und Migränetages“ am 12. September 2017.Trotz dieser Fakten bestehen gegenüber Kopfschmerzen erhebliche Vorurteile“, so Univ.-Prof. Dr. Christian Wöber (Univ.-Klinik für Neurologie, MedUni Wien) „Kopfschmerzen und Migräne werden häufig nicht als ernst zu nehmende chronisch wiederkehrende Erkrankung wahrgenommen und mit der Bemerkung ‚ein bissl Kopfweh habe ich auch hin und wieder‘ abgetan. Sie bedürfen jedoch einer fundierten und möglichst früh einsetzenden Behandlung.“ 74 Prozent der Schülerinnen und Schüler haben Kopfschmerzen Problematisch ist, dass zunehmend auch immer mehr Kinder und Jugendliche von den verschiedenen Kopfschmerz-Formen betroffen sind. Erste Daten einer von der Spezialistin für Kinder-Kopfschmerz Univ.-Prof. a.D. Dr. Çiçek Wöber-Bingöl initiierten internationalen Studie zeigen, dass von insgesamt mehr als 10.000 Schülerinnen und Schülern im Alter von 6 bis 17 Jahren im vergangenen Jahr 74 Prozent Kopfschmerz hatten. Bei 37 Prozent traten Sie mindestens einmal pro Woche auf und bei 9 Prozent waren die Kopfschmerzen stark. „Von den Kindern und Jugendlichen mit Kopfschmerzen nahmen 45 Prozent mindestens einmal pro Monat ein schmerzstillendes Medikament ein. Mehr als 80 Prozent gaben an, dass sie mit Ihren Kopfschmerzen nicht gut umgehen können und der Kopfschmerz ihre Konzentration beeinträchtigt“, berichtet Prof. Wöber-Bingöl. Hier gibt es einen großen Bedarf an Versorgungsstrukturen.“ Experten-Empfehlungen im Alltag viel zu selten befolgt Fachleute bemängeln in der Kopfschmerz-Behandlung das verbreitete Auseinanderklaffen zwischen den Experten-Empfehlungen und der täglichen Praxis. So hat eine Erhebung in acht österreichischen Kopfschmerzzentren gezeigt, dass unter Erwachsenen viele der schwer betroffenen Patienten vor der Überweisung in ein spezialisiertes Zentrum keine ausreichende Therapie erhalten haben. Die Verordnung von Triptanen, der spezifischen Mittel zur Akuttherapie der Migräne, wurde soeben an der MedUni Wien untersucht. Prof. Wöber: „Triptane wurden nicht mehr als 6 Prozent der Erwachsenen mit Migräne verordnet, obwohl diese Mittel gut bekannt sein sollten. Der geringe Prozentsatz lässt darauf schließen, dass viele Migränebetroffene keine ausreichend wirksame Therapie für akute Attacken zur Verfügung haben.“ Die Studie hat aber auch gezeigt, dass 6 Prozent der Patienten, die Triptane verwenden, diese zu häufig einsetzen und damit das Risiko eines zusätzlichen medikamentenbedingten Kopfschmerzes besteht. Dieser kann sich entwickeln, wenn Triptane oder jegliche schmerzstillende Mittel an 10 Tagen pro Monat oder öfter verwendet werden. Es gehe also darum, so Prof. Wöber, mit Aktionen wie dem „Europäischen Kopfschmerz- und Migränetag“ über den Stellenwert von Kopfschmerz und Migräne und die Notwendigkeit einer kompetenten Behandlung aufzuklären: „Immer dann, wenn wiederkehrende Kopfschmerzen mit eigenen Maßnahmen nicht ausreichend beherrschbar sind und die Kopfschmerzen Alltagsaktivitäten beeinträchtigen oder unmöglich machen, sollten Betroffene ärztliche Hilfe suchen. Spezialisten für die Behandlung von Kopfschmerzen sind die Fachärzte für Neurologie.“ Mit einem auf individuelle Bedürfnisse abgestimmten Behandlungskonzept lassen sich die Auswirkungen wiederkehrender Kopfschmerzen deutlich verringern und die Lebensqualität der Betroffenen merkbar verbessern, so Prof. Wöber. Voraussetzung sei eine Kooperation von Allgemeinmedizinern, Fachärzten für Neurologie und spezialisierten Kopfschmerzzentren. Neuartiger Antikörper zur medikamentösen Migränevorbeugung erforscht Derzeit steht auf dem Gebiet der medikamentösen Migränevorbeugung die Einführung völlig neuartiger Medikamente bevor. Erforscht werden speziell für Migräne entwickelte Wirkstoffe, die sich als Antikörper gegen den Botenstoff CGRP (calcitonin gene-related peptide) richten, der bei der Entstehung von Migräneattacken eine wichtige Rolle spielt. Die Verabreichung erfolgt einmal pro Monat als Injektion. Die ersten dieser Präparate werden voraussichtlich Ende 2018 verfügbar sein. Empfehlungen zur Migräne-Behandlung Im Falle einer akuten Migräneattacke reichen im Kindesalter oft ein paar Stunden Schlaf aus, um die Attacke zu beenden. Bei längeren Attacken und bei Erwachsenen ist aber meistens der gezielte Einsatz von Medikamenten erforderlich. Wobei eine ausreichend hohe Dosis und die Einnahme zu Beginn der Migräneattacke zu beachten sind. „Klingt eine Migräneattacke mit Schmerzmitteln wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder Paracetamol nicht innerhalb von zwei Stunden ab, stehen bei Erwachsenen die Triptane zur Verfügung. Eines dieser Präparate ist auch für die Behandlung von Jugendlichen ab dem 12. Lebensjahr zugelassen“, so Prof. Wöber. In der vorbeugenden Migräne-Behandlung spannt sich der Bogen – je nach Häufigkeit und Schwere der Schmerzen – von einem Lebensstil mit ausreichender Flüssigkeitszufuhr, regelmäßigen Mahlzeiten, genügend Schlaf und Ausdauersport, über die Beachtung von Auslösern, den Einsatz von Entspannungstechniken wie Biofeedback und progressiver Muskelrelaxation und der Akupunktur zur Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln (Riboflavin, Conezym Q10, Magnesium), pflanzlichen Arzneimitteln (Mutterkraut) und Medikamenten im engeren Sinn. Prof. Wöber: „Bei schwer Betroffenen ist es besonders wichtig, biopsychosoziale Aspekte umfassend zu beachten und Verhaltenstherapie einzubeziehen, um mit den Patienten geeignete Strategien im Umgang mit chronisch wiederkehrenden Kopfschmerzen zu erarbeiten.“ Quellen: Steiner TJ, Stovner LJ, Vos T. GBD 2015: migraine is the third cause of disability in under 50s. J Headache Pain. 2016 Dec;17(1):104. Wöber C, Wöber-Bingöl Ç, […], Steiner TJ. Immature headache: broadening the approach to headache in children and adolescents, with supporting evidence from a nationwide school-based cross-sectional survey in Turkey. (zur Publikation eingereicht) Zebenholzer K, Andree C, Lechner A, Broessner G, Lampl C, Luthringshausen G, Wuschitz A, Obmann SM, Berek K, Wöber C. Prevalence, management and burden of episodic and chronic headaches – a cross-sectional multicentre study in eight Austrian headache centres. J Headache Pain. 2015;16:531 Zebenholzer K, Gall W, Wöber C. Triptan use and overuse in Austria – a survey based on nationwide sickness healthcare claims data. 18th Congress of the International Headache Society, Vancouver, 7.-10. 9. 2017  
Walter Struhal

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