Die Flexible Endoskopische Evaluierung des Schluckens (FEES) ist das zentrale apparative Verfahren zur Beurteilung von Schweregrad und Verlauf neurogener Dysphagien und eignet sich insbesondere auch für bedside‑Anwendungen im neurologischen Setting.
Sie ist in Neurologie, HNO und Logopädie etabliert und ermöglicht differenzierte Aussagen zu Penetration, Aspiration, Residuen und kompensatorischen Strategien.
Für Neurolog:innen ist der strukturierte Erwerb von FEES‑Kompetenzen über national und europäisch etablierte Curricula vorgesehen.
Das ESSD‑Curriculum umfasst u.a. einen akkreditierten Basiskurs, supervidierte praktische Untersuchungen, eine praktische Prüfung und die formale Anerkennung als FEES‑Anwender:in.
Um das offizielle Basis-Zertifikat der ÖGN und der assoziierten Gesellschaften zu erhalten, müssen die erforderlichen Ausbildungsinhalte nachgewiesen werden (Basiskurs, Falldokumentationen, theoretische und praktische Prüfung). Senden Sie dafür die Unterlagen gescannt als PDF an ag.neurogene_dysphagie@oegn.at.
Darauf aufbauend bietet der Weg zum FEES‑Instruktor:innen‑Zertifikat die Möglichkeit, selbst als Ausbildner:in und Prüfer:in tätig zu werden.
Bis zum 31.12.2026 besteht die Möglichkeit für bereits etablierte FEES-Untersucherinnen und -Untersucher, im Sinne einer Übergangsregelung unter den gelisteten Voraussetzungen die Zertifikate unmittelbar zu beantragen.
FEES-Zertifikat:
- Einarbeitungsnachweis in einer Einrichtung mit anerkannter FEES-Expertise,
- 2 Jahre FEES-Erfahrung bei Patienten mit neurogener Dysphagie,
- mindestens 200 durchgeführte Untersuchungen.
FEES-Ausbilder:
- 5 Jahre FEES-Erfahrung bei Patienten mit neurogener Dysphagie,
- mindestens 500 durchgeführte Untersuchungen,
- Etablierung von klinikinternen Untersuchungsstandards,
- interne Weiterbildung von Mitarbeitern,
- Facharztbezeichnung.
Die Voraussetzungen für die Übergangsregelungen entsprechen den Empfehlungen der Originalpublikation zum FEES-Curriculum von Dziewas et al. Eine Bestätigung mittels Zeugnis der/des aktuellen oder ehemaligen Vorgesetzten, der ärztlichen Direktorin/des ärztlichen Direktors, einer fachkundigen Kollegin/eines fachkundigen Kollegen, der/die die Anforderungen bereits erfüllt. Der Nachweis muss Art, Dauer und Inhalt der Tätigkeit genau umschreiben.
Andere Verfahren
Weitere diagnostische Verfahren wie Videofluoroskopie (VFSS), FEESST (Fiberoptic Endoscopic Evaluation of Swallowing with Sensory Testing) sowie pharyngoösophageale und tracheale Manometrie ergänzen das Spektrum und sind insbesondere bei komplexen Fragestellungen oder therapierefraktären Verläufen relevant.
Die Interpretation dieser Untersuchungen profitiert maßgeblich von neurologischer Expertise und sollte in ein interdisziplinäres Gesamtkonzept eingebettet sein.