Schmerzakademie der ÖGN und ÖGPP - Modul 2 — 02.02. - 04.02.2018

All Posts in Category: Allgemein

oegn_logo

Welt-Schlaganfall-Tag: Aktiv gegen den Hirninfarkt – Wirksame Maßnahmen der Prävention

Einer aktuellen Studie zufolge sind Schlaganfälle weltweit für jährlich 6,3 Millionen Todesfälle verantwortlich, und sind somit in 11 Prozent aller Sterbefälle die Todesursache. In Österreich liegt dieser Wert bei 5,8 Prozent. Zudem stellt der „Hirninfarkt“ global gesehen die häufigste Ursache für dauerhafte und in vielen Fällen schwere Behinderungen dar. Weil die meisten Risikofaktoren von Schlaganfällen vermeidbar sind, steht der diesjährige Welt-Schlaganfall-Tag unter dem Motto der Schlaganfall-Prävention.

Wien, 27. Oktober 2017
– Bluthochdruck, Bewegungsmangel, ungünstige Blutfettwerte, Ernährung, das Verhältnis von Taillen- und Hüftumfang, Rauchen, psychosoziale Faktoren, Alkohol, kardiale Erkrankungen und Diabetes mellitus – diese zehn Risikofaktoren sind zusammen für 90 Prozent aller Schlaganfälle verantwortlich. „Die meisten davon sind vermeidbar und mit verstärkten Bemühungen in der Prävention könnten zahlreiche Menschenleben gerettet werden“, betont OA Dr. Peter Sommer (Krankenanstalt Rudolfstiftung, Neurologische Abteilung, Neurologische Akutnachbehandlung). Mit dieser zentralen Botschaft wollen die Österreichische Gesellschaft für Neurologie (ÖGN) und die Österreichische Schlaganfall-Gesellschaft anlässlich des am 29. Oktober begangenen Welt-Schlaganfall-Tages, der diesmal unter dem Motto der Schlaganfall-Prävention steht, das Bewusstsein für diese gefährliche Erkrankung erhöhen. „Die Zahl der Betroffenen steigt weltweit weiter an“, so Dr. Sommer. „Es ist höchste Zeit, die Bemühungen zur Vorbeugung deutlich zu erhöhen.“

Typische Risikofaktoren für Schlaganfälle

In Österreich erleiden jedes Jahr etwa 24.000 Menschen einen Schlaganfall. Ein Fünftel der Frauen und ein Sechstel der Männer sind im Lauf ihres Lebens davon betroffen. In beinahe allen Fällen lassen sich die Risikofaktoren bereits lange davor identifizieren:
•    Fast jeder zweite Betroffene hat Bluthochdruck.
•    Mehr als ein Drittel haben einen bewegungsarmen Lebensstil.
•    Rund ein Viertel ernähren sich schlecht und essen nicht genügend Obst und Gemüse.
•    Rund ein Viertel haben erhöhte LDL-Cholesterin-Werte.
•    Einer von fünf hat Übergewicht.
•    Jeder Zehnte ist Raucher.
•    9 Prozent leiden unter Vorhofflimmern, der häufigsten Herzrhythmus-Störungen, oder einer anderen Herzkrankheit.

Lebensstil-Änderungen dringend erforderlich

Auch wenn diese Risikofaktoren schon längst bekannt sind, hat das bisher kaum zur Änderung des Lebensstils beigetragen. „Abgesehen vom Rauchen, wo die gesetzlichen Restriktionen langsam greifen, sind die bekannten Risikofaktoren in den letzten Jahren nicht oder nicht wesentlich zurückgegangen“, bedauert Dr. Sommer. „Da haben wir noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten.“

Wie eine 2015 in Salzburg durchgeführte Untersuchung zeigt, sind alarmierende Werte schon bei sehr jungen Menschen weit verbreitet. Obwohl die Studienteilnehmer im Schnitt erst 37 Jahre alt waren, wurden bei 46,9 Prozent erhöhter Blutdruck, bei 37,5 Prozent Übergewicht und bei 44 Prozent eine abdominelle Adipositas (Fett am Bauch) festgestellt. Bei 18,5 Prozent lagen drei oder mehr dieser Risikofaktoren vor.

„Wir müssen dieser Entwicklung entschlossen entgegentreten“, so Dr. Sommers Appell. „Es gibt ein Bündel von Maßnahmen, die nachweislich dafür sorgen können, dass die Zahl der Schlaganfälle reduziert werden kann.“ Allein die Bekämpfung von zu hohem Blutdruck kann, wie eine Metaanalyse zeigt, das Schlaganfall-Risiko um nahezu ein Drittel reduzieren.

„Trotz aller Fortschritte könnte auch eine noch entschlossenere Anti-Tabak-Politik die Zahl der Betroffenen noch weiter senken“, so Dr. Sommer. „Wie das Beispiel im US-Bundesstaat Arizona zeigt, gingen die Schlaganfall-Raten um 14 Prozent zurück, nachdem das Rauchen dort aus allen öffentlichen Gebäuden, Arbeitsplätzen und Restaurants verbannt wurde.“

Ein verstärkter Einsatz der neuen und hochwirksamen – leider noch teuren – PCSK9-Inhibitoren zur LDL-Cholesterin-Senkung sowie eine bessere Früherkennung und Behandlung des immer noch zu selten erkannten Vorhofflimmerns würde weitere Leben retten und Behinderungen ersparen.
„Ganz besonders müssen unsere Bemühungen zur Lebensstil-Umstellung natürlich jenen gelten, die bereits einen Schlaganfall hatten“, so Dr. Sommer. „Studien zeigen, dass strukturierte Nachbetreuungsprogramme immer dann besonders effizient sind, wenn es um die Umstellung des Lebensstils geht. Hier gilt es die Möglichkeiten des digitalen Zeitalters besser zu nutzen und solche Programme zu forcieren.“

Positive Bilanz in der Akutversorgung

Was die Akutversorgung betrifft, ziehen Österreichs Neurologen anlässlich des Welt-Schlaganfall-Tages jedoch eine sehr positive Bilanz. „Es gibt wenige andere Krankheiten, deren Behandlungsmöglichkeiten sich in jüngerer Vergangenheit derart revolutionär verbessert haben, und in wenigen anderen Ländern wurden diese Möglichkeiten so gut genutzt wie in Österreich“, bilanziert Dr. Sommer. Mit inzwischen 38 Stroke Units sorgt ein Netz hochspezialisierter Versorgungseinrichtungen für die flächendeckende Basisversorgung. Die Mehrheit aller Schlaganfall-Patienten wird in Österreich in einer Stroke Unit behandelt, bis zu 25 Prozent werden mittels intravenöser Thrombolyse versorgt.
 
Therapiefortschritt endovaskuläre Behandlung

Für besonders schwere Fälle, in denen die Gehirngefäße von massiven Verschlüssen blockiert werden, stehen heute elf Zentren bereit, in denen der neue Therapiestandard der endovaskulären Behandlung zur Anwendung kommt. „Wenn es nicht genügt, die Gefäßverschlüsse mit Medikamenten aufzulösen, wird ein schraubenförmiger Bohrer über einen Katheter bis zum Gerinnsel vorgeschoben und der Verschluss durch Herausziehen entfernt – ähnlich wie der Korken einer Flasche“, so Dr. Sommer. „Diese endovaskuläre Therapie ist ein Meilenstein und wir können stolz sein, dass wir sie in Österreich so rasch verfügbar machen konnten. Das ist in Zeiten, wo überall gespart werden muss, keineswegs selbstverständlich.“

Derzeit erhalten bis zu 10 Prozent der Schlaganfall-Patienten eine endovaskuläre Behandlung. Sie ist wegen Infrastruktur und Behandlungsqualität auf einige wenige spezialisierte Zentren konzentriert. Denn sie setzt nicht zuletzt auch ein gut funktionierendes Transportwesen voraus, wo Patienten rasch und ohne Verzögerung nötigenfalls auch mit dem Hubschrauber zur endovaskulären Intervention und danach wieder zurück an die erstversorgende Stroke Unit gebracht werden können.

Zeit ist Gehirn

Während vom Eintreffen der Patienten in den spezialisierten Units bis zum Beginn der Behandlung dank der Optimierung aller Abläufe oft nur mehr 30 Minuten vergehen, verlieren viele Betroffene davor zu viel kostbare Zeit. „Fast jeder Dritte zögert sogar dann, sofort ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn die Symptome deutlich erkennbar sind“, weiß Dr. Sommer. „Hier sind weitere Aufklärungsmaßnahmen nötig und die Mittel dafür sicher gut investiert. Im Erfolgsfall können damit viele Leben gerettet und den Betroffenen oft ein Leben mit schweren Behinderungen erspart werden.“

F – A – S – T:  Was medizinische Laien für den Akutfall wissen müssen

Was man für den Akutfall eines Schlaganfalls wissen sollte, lässt sich in vier Buchstaben zusammenfassen: mit dem englischen Wort für schnell, also F – A – S – T:
F wie Face (Gesicht): Bitten Sie die Person zu lachen. Hängt der Mundwinkel auf einer Seite herab?
A wie Arm: Bitten Sie die Person, beide Arme zu heben. Ist ein Arm gelähmt und sinkt nach unten?
S wie Speech (Sprache): Bitten Sie die Person, einen einfachen Satz zu wiederholen. Sind die Worte undeutlich? Kann sie den Satz korrekt wiederholen oder hat sie Schwierigkeiten ihn zu verstehen?
T wie Time (Zeit): Wenn eines der oben genannten Symptome auftritt, ist Zeit ein wichtiger Faktor. Rufen Sie sofort die Rettung (144) und fahren Sie ins Krankenhaus.

Quelle: Global, regional, and national burden of neurological disorders during 1990–2015: a systematic analysis for the Global Burden of Disease Study 2015; GBD 2015 Neurological Disorders Collaborator Group. Lancet Neurol 2017, Published Online, September 17, 2017, dx.doi.org/10.1016/S1474-4422(17)30299-5

Medienkontakt:
B&K – Bettschart&Kofler Kommunikationsberatung
Dr. Birgit Kofler
kofler@bkkommunikation.com
T:  01 319 43 78
M: +0676 636 89 30

Walter Struhal
Walter Struhal, website editor der ÖGN
Read More
https://pixabay.com/en/trainers-running-shoes-feet-sport-1685162/

Laufen Sie für den Schlaganfall!

Die ÖGN möchte auf den

FIT FOR BRAIN RUN

So., 29. Oktober, um 14 Uhr im Wiener Prater

hinweisen.

Der lauf findet anlässlich des Weltschlaganfalltages am 29. Oktober erstmals statt. Die Einnahmen kommen der Schlaganfallhilfe Österreich zugute.

Fit for Brain Run

Laufstrecke
Walter Struhal
Walter Struhal, website editor der ÖGN
Read More
favicon

Informationen zu: Europäischer Kopfschmerz- und Migränetages am 12. September

Kopfschmerz und Migräne: Weit verbreitet, unterschätzt, fehlbehandelt – Neurologen plädieren für frühzeitige und kompetente Therapie Spannungskopfschmerz und Migräne sind inzwischen die weltweit zweit- und dritthäufigsten Erkrankungen. Bei der krankheitsbedingten Belastung liegt Migräne bei Unter-50-Jährigen bereits an 3. Stelle, berichtet die Österreichische Gesellschaft für Neurologie (ÖGN) anlässlich des „Europäischen Kopfschmerz- und Migränetages 2017“. Eine neue Studie zeigt, dass bereits 74 Prozent der Schülerinnen und Schüler im vergangenen Jahr unter Kopfschmerzen litten. Dieser weiten Verbreitung steht allerdings in sehr vielen Fällen eine mangelhafte Behandlung gegenüber, obwohl es geeignete Medikamente gibt. So wurden in Österreich nur 6 Prozent der Migräne-Patienten mit den dafür geeigneten Triptanen behandelt. 2018 wird voraussichtlich ein Migräneattacken vorbeugender Antikörper gegen den Botenstoff CGRP verfügbar sein, der einmal pro Monat injiziert wird. Nach den Angaben der WHO sind Spannungskopfschmerz und Migräne die weltweit zweit- und dritthäufigsten Erkrankungen, nur Zahnkaries ist noch häufiger. Was die krankheitsbedingte Belastung betrifft, liegt Migräne weltweit an sechster Stelle und bei Unter-50-Jährigen sogar an 3. Stelle. Kopfschmerzerkrankungen verursachen mehr krankheitsbedingt verlorene Lebensjahre als alle anderen neurologischen Erkrankungen inklusive Demenz gemeinsam. Das berichtet die Österreichische Gesellschaft für Neurologie (ÖGN) anlässlich des „Europäischen Kopfschmerz- und Migränetages“ am 12. September 2017.Trotz dieser Fakten bestehen gegenüber Kopfschmerzen erhebliche Vorurteile“, so Univ.-Prof. Dr. Christian Wöber (Univ.-Klinik für Neurologie, MedUni Wien) „Kopfschmerzen und Migräne werden häufig nicht als ernst zu nehmende chronisch wiederkehrende Erkrankung wahrgenommen und mit der Bemerkung ‚ein bissl Kopfweh habe ich auch hin und wieder‘ abgetan. Sie bedürfen jedoch einer fundierten und möglichst früh einsetzenden Behandlung.“ 74 Prozent der Schülerinnen und Schüler haben Kopfschmerzen Problematisch ist, dass zunehmend auch immer mehr Kinder und Jugendliche von den verschiedenen Kopfschmerz-Formen betroffen sind. Erste Daten einer von der Spezialistin für Kinder-Kopfschmerz Univ.-Prof. a.D. Dr. Çiçek Wöber-Bingöl initiierten internationalen Studie zeigen, dass von insgesamt mehr als 10.000 Schülerinnen und Schülern im Alter von 6 bis 17 Jahren im vergangenen Jahr 74 Prozent Kopfschmerz hatten. Bei 37 Prozent traten Sie mindestens einmal pro Woche auf und bei 9 Prozent waren die Kopfschmerzen stark. „Von den Kindern und Jugendlichen mit Kopfschmerzen nahmen 45 Prozent mindestens einmal pro Monat ein schmerzstillendes Medikament ein. Mehr als 80 Prozent gaben an, dass sie mit Ihren Kopfschmerzen nicht gut umgehen können und der Kopfschmerz ihre Konzentration beeinträchtigt“, berichtet Prof. Wöber-Bingöl. Hier gibt es einen großen Bedarf an Versorgungsstrukturen.“ Experten-Empfehlungen im Alltag viel zu selten befolgt Fachleute bemängeln in der Kopfschmerz-Behandlung das verbreitete Auseinanderklaffen zwischen den Experten-Empfehlungen und der täglichen Praxis. So hat eine Erhebung in acht österreichischen Kopfschmerzzentren gezeigt, dass unter Erwachsenen viele der schwer betroffenen Patienten vor der Überweisung in ein spezialisiertes Zentrum keine ausreichende Therapie erhalten haben. Die Verordnung von Triptanen, der spezifischen Mittel zur Akuttherapie der Migräne, wurde soeben an der MedUni Wien untersucht. Prof. Wöber: „Triptane wurden nicht mehr als 6 Prozent der Erwachsenen mit Migräne verordnet, obwohl diese Mittel gut bekannt sein sollten. Der geringe Prozentsatz lässt darauf schließen, dass viele Migränebetroffene keine ausreichend wirksame Therapie für akute Attacken zur Verfügung haben.“ Die Studie hat aber auch gezeigt, dass 6 Prozent der Patienten, die Triptane verwenden, diese zu häufig einsetzen und damit das Risiko eines zusätzlichen medikamentenbedingten Kopfschmerzes besteht. Dieser kann sich entwickeln, wenn Triptane oder jegliche schmerzstillende Mittel an 10 Tagen pro Monat oder öfter verwendet werden. Es gehe also darum, so Prof. Wöber, mit Aktionen wie dem „Europäischen Kopfschmerz- und Migränetag“ über den Stellenwert von Kopfschmerz und Migräne und die Notwendigkeit einer kompetenten Behandlung aufzuklären: „Immer dann, wenn wiederkehrende Kopfschmerzen mit eigenen Maßnahmen nicht ausreichend beherrschbar sind und die Kopfschmerzen Alltagsaktivitäten beeinträchtigen oder unmöglich machen, sollten Betroffene ärztliche Hilfe suchen. Spezialisten für die Behandlung von Kopfschmerzen sind die Fachärzte für Neurologie.“ Mit einem auf individuelle Bedürfnisse abgestimmten Behandlungskonzept lassen sich die Auswirkungen wiederkehrender Kopfschmerzen deutlich verringern und die Lebensqualität der Betroffenen merkbar verbessern, so Prof. Wöber. Voraussetzung sei eine Kooperation von Allgemeinmedizinern, Fachärzten für Neurologie und spezialisierten Kopfschmerzzentren. Neuartiger Antikörper zur medikamentösen Migränevorbeugung erforscht Derzeit steht auf dem Gebiet der medikamentösen Migränevorbeugung die Einführung völlig neuartiger Medikamente bevor. Erforscht werden speziell für Migräne entwickelte Wirkstoffe, die sich als Antikörper gegen den Botenstoff CGRP (calcitonin gene-related peptide) richten, der bei der Entstehung von Migräneattacken eine wichtige Rolle spielt. Die Verabreichung erfolgt einmal pro Monat als Injektion. Die ersten dieser Präparate werden voraussichtlich Ende 2018 verfügbar sein. Empfehlungen zur Migräne-Behandlung Im Falle einer akuten Migräneattacke reichen im Kindesalter oft ein paar Stunden Schlaf aus, um die Attacke zu beenden. Bei längeren Attacken und bei Erwachsenen ist aber meistens der gezielte Einsatz von Medikamenten erforderlich. Wobei eine ausreichend hohe Dosis und die Einnahme zu Beginn der Migräneattacke zu beachten sind. „Klingt eine Migräneattacke mit Schmerzmitteln wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder Paracetamol nicht innerhalb von zwei Stunden ab, stehen bei Erwachsenen die Triptane zur Verfügung. Eines dieser Präparate ist auch für die Behandlung von Jugendlichen ab dem 12. Lebensjahr zugelassen“, so Prof. Wöber. In der vorbeugenden Migräne-Behandlung spannt sich der Bogen – je nach Häufigkeit und Schwere der Schmerzen – von einem Lebensstil mit ausreichender Flüssigkeitszufuhr, regelmäßigen Mahlzeiten, genügend Schlaf und Ausdauersport, über die Beachtung von Auslösern, den Einsatz von Entspannungstechniken wie Biofeedback und progressiver Muskelrelaxation und der Akupunktur zur Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln (Riboflavin, Conezym Q10, Magnesium), pflanzlichen Arzneimitteln (Mutterkraut) und Medikamenten im engeren Sinn. Prof. Wöber: „Bei schwer Betroffenen ist es besonders wichtig, biopsychosoziale Aspekte umfassend zu beachten und Verhaltenstherapie einzubeziehen, um mit den Patienten geeignete Strategien im Umgang mit chronisch wiederkehrenden Kopfschmerzen zu erarbeiten.“ Quellen: Steiner TJ, Stovner LJ, Vos T. GBD 2015: migraine is the third cause of disability in under 50s. J Headache Pain. 2016 Dec;17(1):104. Wöber C, Wöber-Bingöl Ç, […], Steiner TJ. Immature headache: broadening the approach to headache in children and adolescents, with supporting evidence from a nationwide school-based cross-sectional survey in Turkey. (zur Publikation eingereicht) Zebenholzer K, Andree C, Lechner A, Broessner G, Lampl C, Luthringshausen G, Wuschitz A, Obmann SM, Berek K, Wöber C. Prevalence, management and burden of episodic and chronic headaches – a cross-sectional multicentre study in eight Austrian headache centres. J Headache Pain. 2015;16:531 Zebenholzer K, Gall W, Wöber C. Triptan use and overuse in Austria – a survey based on nationwide sickness healthcare claims data. 18th Congress of the International Headache Society, Vancouver, 7.-10. 9. 2017  
Walter Struhal
Walter Struhal, website editor der ÖGN
Read More
gerstenbrand

Ein Leben im Auftrag der Neurologie: Franz Gerstenbrand gestorben

Die österreichische Gesellschaft für Neurologie betrauert den Tod des weltweit eines Ihrer bedeutendsten Mitglieder, Herrn em. Univ.-Prof Dr. Dr hc mult Franz Gerstenbrand, der am 30. Juni 2017 für immer von uns gegangen ist. Franz Gerstenbrand wurde 1924 in Hof geboren. Nach dem Medizinstudium trat er in die Psychiatrisch-Neurologischen Universitäts-Klinik Wien ein – geführt von Prof. Hans Hoff ein. Als Schüler von Hoff hatte er großes Interesse an Hirnverletzungen und gründete in Wien eine Einheit zur Versorgung von Patienten mit schweren Schädel-Hirn-Traumen. 1967 veröffentlichte Gerstenbrand seine Habilitationsschrift: “Das traumatische apallische Syndrom”, die ihn weit über die grenzen Österreichs bekannt machte. 1975 wurde er zum Leiter von (Rosenhügel) und 1976 zum ersten Ordinarius für Neurologie and der Medizin Fakultät in Innsbruck bestellt. Franz Gerstenbrand leitet die dortige Klinik bis zum Jahre 1994 und konnte zahlreiche Impulse für die Entwicklung der modernen Neurologie setzen, Hierzu zählen seine erfolgreiche Anbindung der Neuro-Bildgebung and die Klinik mit Gründung eines interdisziplinären Neuro-CT Instituts ebenso wie die Gründung der ersten neurologischen Intensivstation in Österreich. Darüber hinaus entwickelte er eine gute Zusammenarbeit mit dem russischen Institut für Weltraumphysio- und -neurologie: Institut für Biomedizinische Probleme in Moskau. Über diese Zusammenarbeit gelang es ihm mit Mitarbeitern (u.a. Prof. Meinhard Berger) Österreich in der Weltraumneurologie zu positionieren, Aktivitäten die im Austromir Projekt 1991 gründeten. Dieses Projekt wurde mit der Mission Sojus TM-13 zur MIR Raumstation durchgeführt. Die Mission lieferte eine derart große Menge an Daten, daß sie bis zu 15 Jahre später ausgewertet wurden. 1962 gründete Franz Gerstenbrand das Donau – Symposium für Neurologie- eine zu dieser Zeit des kalten Krieges weitsichtige Initiative um die Neurologie in Ost und West zusammenzuführen. Diese seine Vision fand ihre Fortsetzung und Übertragung auf Europa als ganzes mit der von ihm mitbegründeten European Federation of Neurological Societies, deren Nachfolgeorganisation European Academy of Neurology nun die Neurologie ganz Europas vertritt. Auch nach seiner Emeritierung in Innsbruck arbeitete Franz Gerstenbrand an internationalen Forschungskooperationen und initiierte Forschungsprojekte. Franz Gerstenbrand erhielt zahlreiche Ehrungen. Eine Auswahl: Mit Franz Gerstenbrand verlieren wir einen der berühmtesten Neurologen Österreichs. Er verstarb am 30. Juni 2017 im Kreise seiner Familie in Wien. Unser herzliches Mitgefühl gilt seiner Witwe Gudrun Gerstenbrand und seinen Kindern.

Im Namen des Vorstands der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie

Walter Struhal
Walter Struhal, website editor der ÖGN
Read More
Shaking-palsy-essay

Welt-Parkinsontag – Medienecho

Der Welt-Parkinson-Tag wurde auch in Österreich mit einem regen Medienecho begangen.

Mehr Informationen auf der Seite der Österreichischen Parkinson Gesellschaft

Auszüge Links zum Medienecho:

http://www.nachrichten-aktuell.eu/artikel/welt-parkinsontag-am-11-april-sport-tanz-tai-chi-neue-erkenntnisse-zur-bedeutung-von-bewegung/912617 http://www.tagesbote.at/2017/04/10/welt-parkinsontag-am-11-april-sport-tanz-tai-chi-neue-erkenntnisse-zur-bedeutung-von-bewegung/ http://www.tagesbote.at/2017/04/10/wie-geht-es-menschen-mit-morbus-parkinson-in-oesterreich-neue-umfrage-vom-dachverband-der-parkinson-selbsthilfe-und-abbvie/ https://presse-netz.at/welt-parkinsontag-am-11-april-sport-tanz-tai-chi-neue-erkenntnisse-zur-bedeutung-von-bewegung-bk/ http://austria.shafaqna.com/DE/AT/222626 http://breaking100news.com/at/gesundheit/parkinson-dem-absterben-von/ https://kurier.at/wissen/welt-parkinson-tag-neue-erkenntnisse-zur-bedeutung-von-bewegung/257.575.719 http://www.newsbelow.at/morbus-parkinson-neue-erkenntnisse-zur-bedeutung-von-bewegung-7516/ http://www.krone.at/gesund-fit/sanfter-sport-gegen-parkinson-symptome-lindern-story-563963 http://derstandard.at/2000055735907/Parkinson-Sport-Tanz-und-Tai-Chi-fuer-mehr-Wohlbefinden http://oe1.orf.at/player/20170411/467836 http://pflege-professionell.at/at-welt-parkinsontag-am-11-april-sport-tanz-tai-chi-neue-erkenntnisse-zur-bedeutung-von-bewegung http://www.nachrichten.at/nachrichten/gesundheit/Vor-200-Jahren-wurde-Parkinson-entdeckt
Walter Struhal
Walter Struhal, website editor der ÖGN
Read More

Reges Medienecho zum Welt-Schlaganfall-Tag

Zum Welt-Schlaganfall-Tag hielt die Österreichische Gesellschaft für Neurologie und die Österreichische Schlaganfallgesellschaft (www.oegsf.at) vertreten durch Prof.in Elisabeth Fertl, Prof. Franz Fazekas, Prof. Stefan Kiechl, Prof. Wilfried Lang eine gemeinsame Pressekonferenz ab und informierte über neue Präventions- und Therapieformen der Schlaganfalltherapie. Das Medienecho war überragend. Hier eine Auswahl: weitere wichtige Medienechos werden auf unserem Facebook und Twitter Kanal online gestellt  
Walter Struhal
Walter Struhal, website editor der ÖGN
Read More